logo



home schiff eigner kontakt impressum berichte routen news








November 2014/Januar 2015

"Fremdgehen"
- Atlantiküberquerung auf der SY Lucky -


Vierzigster Brief



Es beginnt im April. Klaus, der schon seit längerer Zeit darüber spricht, dass er ein atlantiktaugliches Langfahrtboot kaufen will um damit über den Atlantik zu segeln, besucht mich Ende März in Lagos. Im Gepäck hat er das Angebot eines Bootes, welches in Lagos, bei Sopromar, zu besichtigen ist. Viel Zeit für seine Entscheidung braucht er nicht, und so gehört das Boot bereits nach wenigen Tagen ihm. Damit ist nicht nur Klaus einen entscheidenden Schritt seinen Träumen näher gekommen, sondern auch ich habe im November eine Verabredung zur erneuten Überquerung des Atlantiks.

Im Sommer segelt Klaus mit dem Boot an der portugiesischen Küste. Im weiteren Verlauf des Jahres segelt er via Madeira zu den Kanarischen Inseln, wo wir für Ende November verabredet sind.

Die Lucky bei schlappem Wind auf dem Atlantik

25. November 2014: Flughafen Berlin Tegel. Es ist Dienstag. In wenigen Stunden bin ich mit dem Flieger in Arrecife auf Lanzarote. Klaus und Feliks holen mich vom Flughafen ab. An Bord der Lucky besprechen wir als aller erstes unser weiteres Vorgehen. Die wichtigste Frage ist, wann wollen wir los segeln. Nach den Wetterprognosen wird in drei Tagen der Rand eines Tiefdruckgebietes über Lanzarote und etwas südlich davon hinweg ziehen. Erwartet werden Windgeschwindigkeiten um 40 Knoten herum. Wir treffen die gemeinsame Entscheidung, das schlechte Wetter in Arrecife abzuwarten und erst am Samstag oder Sonntag auszulaufen. Wie sich später herausstellen wird, eine falsche Entscheidung.

Die Zeit bis zum Abschied von den Kanaren nutzen wir zu Einkäufen in den verschiedensten Supermärkten und Abends zu Abschiedsfeiern mit verschiedenen Seglern, die Klaus während seines Aufenthaltes hier kennen gelernt hat.

Umtrunk auf der SY Lajoya



Tina und Thomas von der SY Pancho



Am Freitag bläst es aus allen Rohren. Selbst Kreuzfahrtschiffe suchen den Schutz des Hafens. Am Samstag haben wir immer noch 40 Knoten Wind, dazu ist es sehr böig. Ich will die Zeit nutzen, um mit dem Bus nach Playa Blanca zu fahren. Dort kenne ich einen kleinen Obst- und Gemüsehändler, von dem ich hoffe, dass er bessere Ware hat als die Supermärkte. Außerdem gibt es hoffentlich noch den "Deutschen Bäcker". Tatsächlich kann ich ein paar Beutel Schalotten erwerben, die einen besseren Eindruck machen, als die Supermarktzwiebeln. Der Bäcker ist allerdings eine Enttäuschung, weil er nur noch Brot auf Bestellung liefert.

Als ich am Busbahnhof warte, spricht mich ein Mann an, ob ich nach Playa Blanca wolle. Als ich bejahe, lädt er mich in sein Auto ein. Für 4 € nimmt er mich mit. Die Rückfahrt mit dem Bus kostet 3,80 €.

Am Sonntag früh ist es dann endlich so weit. Um 09.30 UTC werden die Leinen losgeschmissen. Unter dem Gehupe und Getröte der Segelkameraden von den Nachbarschiffen verlassen wir Arrecife. Draußen vor dem Hafen setzen wir die Segel und los geht's. Wir kommen gut voran, weil der Wind noch recht frisch ist. Zwischen den Inseln Lanzarote und Fuerteventura brist es noch einmal kräftig auf (Düseneffekt), dabei werden wir von einer großen Delphinschule begleitet, die aus mehreren dutzend Tieren besteht.

Nach einem Tag liegt Fuerteventura bereits im Norden und unser Mittagsfix zeigt, dass unser erstes Etmal (in 24 Stunden gesegelte Strecke) mit 124 sm ansehnlich ist. Leider hat aber der Wind gedreht und kommt nun aus SW. Statt unseres Sollkurses von 237° können wir nur so um die 150° segeln.

Meine Eingewöhnung gelingt mir diesmal recht schnell. Nur eine rohe Möhre will unverzüglich nach dem Genuss wieder in die Freiheit - ich mag auch eigentlich gar keine Möhren. Danach bleibe ich für den Rest der Reise aber von der Geißel der Seefahrt verschont.

Am dritten Tag nachmittags glaube ich schon, wir hätten unsere endgültige Segelstellung gefunden. Genua an Bb ausgebaumt, Fahrt zwischen 4 und 6 Knoten, und so könnte es bis in die Karibik weiter gehen. Aber nichts da. Wir quälen uns durch die nächste Nacht und schaffen in den folgenden drei Tagen nur noch Etmale von unter 100 sm.

Schiften des Spibaums



Ein besonderes Erlebnis haben wir am fünften Tag. Eine Gruppe von wahrscheinlich Blauwalen (ich bin kein Experte) ist zum Teil auf Gegenkurs, zum Teil überholen sie uns aber auch. Es sind gewaltige Tiere. Sie können bis zu 33 m lang und bis zu 200 Tonnen schwer werden. Nun sind Schätzungen von Bord einer kleinen Segelyacht aus immer schwierig, aber ich glaube, dass unsere Besucher so um die 20 Meter lang sind. Wenn sie von achtern auf uns zu geschwommen kommen, wird das Wasser mit einem mal ganz türkis. Sie sind nur knapp unter der Wasseroberfläche. Dann tauchen sie ein wenig auf und wir sehen ihren Blas. Wir sind alle drei sehr beeindruckt.

Walbegegnung


Walblas



Wir kochen Nudeln mit Atlantikwasser. Das Ergebnis ist grenzwertig. Wir schmeißen sie zwar nicht weg, Atlantikwasser sollte aber zum Kochen höchstens bei Kartoffeln (eine Spezialität der kanarischen Küche) oder bei Lobstern eingesetzt werden.

Am neunten Tag haben wir zwei Angelschnüre draußen. Mittags beißen zur gleichen Zeit zwei Goldmakrelen an. Sie sind etwa gleich groß und 65 cm lang. Das bedeutet , wir haben für zwei Tage etwas Frisches zu essen. In der Folgezeit lassen wir nur noch eine Angel draußen. Wir fahren durch große Felder von Knotentang. Mehrmals haben wir dieses Zeug am Angelhaken. So beißt natürlich kein Fisch. Dann aber die Überraschung. Ein Tangbündel hängt am Bleigewicht fest, und einen halben Meter dahinter hat erneut eine Goldmakrele gebissen.



Petriglück (2 Goldmakrelen)



Obwohl wir Petriglück haben, lässt uns kurz darauf der Wind fast vollständig im Stich. Unsere Fahrt pendelt zwischen 0 und 1,5 Knoten. Dazu kommt er nun erneut aus Südwest. Wo bleibt nur der Passat? Im Ergebnis beträgt unser Etmal 25 sm. Das ist einsamer Negativrekord.

Die Lucky verfügt über zwei eingebaute Wassertanks. Der Haupttank fasst 300 Liter, der Zusatztank 180 Liter. Leider ist das Wasser wegen seines Geschmacks als Trinkwasser völlig ungeeignet. Es ist nur als Abwaschwasser und für die Hygiene zu gebrauchen. Wir haben aber genügend 5 Liter Kanister zusätzlich gebunkert, so dass von daher kein Notstand zu befürchten ist. Am 11. Tag stellt Klaus fest, der Haupttank ist bereits leer - und das nach ca. einem Drittel der Strecke. Von nun an wird rationiert. Jeder bekommt pro Tag eine eineinhalb Liter Flasche für seinen persönlichen Bedarf (Waschen, Zähneputzen). Das Geschirr wird zuerst mit Seewasser abgewaschen und nur zum Schluss mit etwas Süßwasser abgespült.

Abwasch mit Atlantikwasser



Ein weiteres Problem wird am 11. Tag deutlich. Den ganzen Tag über haben wir grauen Himmel. Somit gibt es keine Batterieladung durch die Solar Panels. Dazu pendelt der Wind zwischen 7 und 9 Knoten. Bei so wenig Wind gibt es auch keine Batterieladung durch den Windgenerator. In der Folgezeit werden wir täglich drei Stunden die Maschine zusätzlich zum Laden der Batterien laufen lassen. Später, in der Karibik, sprechen wir mit verschiedenen anderen Seglern. Sie berichten übereinstimmend, sie hätten alle im Passat wenig bis keine Ladung durch ihre Windgeneratoren gehabt.

Als wir 2008 die gleiche Strecke mit der Santa Maria gesegelt sind, hatten wir keine Schiffsbegegnungen (Ausnahme kurz vor Barbados). Diesmal gibt es AIS (Automatic Identification System) an Bord, und wir sehen zahlreiche Segler und einige Berufsfahrzeuge. Sehen heißt nicht, das wir sie real sehen, sondern nur auf dem Monitor des Plotters. Auf einem kleinen Segelboot, mit niedriger Augenhöhe, sind Schiffe, die einige Meilen entfernt sind, nicht zu sehen.

Weihnachtsmänner auf dem Atlantik



Seit dem 20.12. ist allerdings der Passat sehr zuverlässig. Unsere Etmale liegen immer deutlich über 100 sm, und so kommen wir am 27.12. um 22.45 UTC (18.45 local time) in St. George's an. Empfangen werden wir in der Port Louis Marina bereits von Feliks' Freundin, die sich schon seit geraumer Zeit auf Grenada aufhält. Feliks heuert noch am gleichen Abend ab und zieht zu seiner Freundin ins Hotel.

Wenn man die Marina verlässt, findet man direkt an der Straße davor Patrick's Restaurant, in dem local food angeboten wird. Wir wollen es wagen. Es gibt keine Speisekarte, sondern die Bedienung bringt bei jedem Gang jeweils sechs kleine Teller. Darauf finden wir Geflügel, Fleisch, Gemüse u.a. In der letzten Runde fragt die Bedienung, ob wir auch essen wollen. Ich bekomme die Frage nicht mit, aber Klaus erklärt, wir essen alles. Es kommt ein Teller auf den Tisch, auf dem sich Fleisch in einer dunklen würzigen Sauce befindet. Als ich es esse, kaue ich weigehend auf kleinen Knöchschen herum. Ich erfahre glücklicherweise erst nach dem Essen, es war Opposum.

Opposum



Während wir 2008 auf der gesamten Reise mit der Santa Maria von 24 Tagen nur 2 Tage Etmale unter 100 sm hatten, hatten wir mit der Lucky von 27 Tagen leider an 11 Tagen Etmale unter 100 sm.

In St. George's hat sich gegenüber von vor sechs Jahren einiges gravierend geändert. Man kann in der Bucht nicht mehr frei ankern. Die Steganlagen der Port Louis Marina beherrschen weitgehend die Bucht. In der Stadt gibt es nicht so viele Veränderungen. Allerdings verliert der bunte Markt seinen malerischen Charakter, weil statt der Bretterbuden nun feste Steinhäuser entstehen.

Ist das die Zukunft des Marktes?



Grenadas Geschichte:

"Kolonialzeit
Grenada wurde 1498 von Kolumbus entdeckt, er nannte die Insel "Concepción". Der Ursprung des Namens "Grenada" ist unbekannt; es wird angenommen, dass die Insel später von spanischen Seefahrern nach der Stadt Granada umbenannt wurde.

Die Spanier besiedelten die Insel, welche von kriegerischen Kariben besiedelt war, jedoch nicht. Später versuchten die Engländer vergeblich, die Insel zu besiedeln, mussten sich aber 1609 zurückziehen. Seit 1649 verkauften einheimische Häuptlinge Land an französische Händler. Die Franzosen unterwarfen die Insel bald militärisch, dabei wurde die karibische Bevölkerung praktisch vollständig ausgerottet. Die Franzosen nannten die neue Kolonie "La Grenade" (später von den Briten "Grenada" genannt) und gründeten 1650 die Haupt- und Hafenstadt "Fort Royal", das spätere St. George's, die sich bald zum wichtigsten französischen Flottenstützpunkt in der Karibik entwickelte.

Die Insel blieb bis zu ihrer Eroberung durch die Briten im Siebenjährigen Krieg 1762 unter französischer Kontrolle. Grenada wurde zwar im Pariser Frieden 1763 an das Vereinigte Königreich abgetreten, die Franzosen gaben aber ihren früheren Besitz noch nicht verloren. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurde die Insel 1779 von den Franzosen erneut zurückerobert, jedoch im Frieden von Paris (1783) an Großbritannien zurückgegeben. Auch wenn die Briten noch im Jahr 1795 einen pro-französischen Aufstand niederschlagen mussten, gehörte Grenada seit diesem Zeitpunkt endgültig zum Britischen Weltreich. Grenada wurde als Teil der British Windward Islands verwaltet und erhielt 1877 den Status einer Kronkolonie.

20. Jahrhundert: Unabhängigkeit und Revolution
Von 1958 bis 1962 war die Insel ein Teil der Westindischen Föderation. 1974 wurde Grenada unter Premierminister Eric Gairy, der gute Beziehungen zu den USA und Großbritannien unterhielt, unabhängig. Gairy regierte jedoch zunehmend diktatorisch und unterhielt zur Unterdrückung von Gegenbewegungen eine Geheimpolizei. Gairys Regierung wurde 1979 in einer unblutigen Revolution von der linken Bewegung New Jewel Movement (NJM) unter Maurice Bishop abgesetzt. Bishop wollte für Grenada Blockfreiheit und gute Beziehungen zu den USA ebenso wie zur Sowjetunion und zu Kuba. Die Beziehungen zu den USA verschlechterten sich jedoch nach 1981, als Ronald Reagan Präsident der Vereinigten Staaten wurde, rapide, und es wurde unter anderem ein Boykott von der US-Regierung gegen Grenada verhängt. Soziale Reformen (u. a. kostenlose Gesundheitsversorgung, Bau neuer Schulen) sicherten Maurice Bishop eine hohe Beliebtheit in der Bevölkerung. Unter seiner Regierung begann ein Konsortium unter Führung einer britischen Firma mit dem Bau des Flughafens Point Salines. Dieser sollte den Tourismus beleben. Die Menschenrechtssituation verbesserte sich, allerdings wurden wie schon unter Gairy keine freien Wahlen abgehalten. In einem Staatsstreich wurde Bishop 1983 von innerparteilichen Konkurrenten um seinen Vize-Premierminister Bernard Coard abgesetzt und später vom Militär ermordet.

US-Invasion 1983
Nach dem Staatsstreich gegen Bishop bat der Generalgouverneur von Grenada - als Vertreter der Königin die Funktion des Staatsoberhauptes ausfüllend - die Organisation Ostkaribischer Staaten und die USA um Hilfe.

Am 25. Oktober 1983 starteten die USA mit der Organisation Ostkaribischer Staaten eine Invasion (Operation Urgent Fury), in deren Folge die Regierung der NJM gestürzt wurde. Die Intervention wurde unter anderem von den US-Verbündeten Großbritannien und Kanada sowie von der UN-Vollversammlung kritisiert. Die Operation wurde zunächst auch damit begründet, die Sicherheit US-amerikanischer Staatsbürger auf Grenada zu garantieren. Wahrscheinlicher ist, dass die US-Regierung eine starke Anlehnung von Grenada an Kuba und Nicaragua befürchtete. Nachdem einige Anhänger Coards festgenommen und später zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren, erfolgten 1984 Wahlen, die seitdem regelmäßig stattfinden und als frei gelten.

Grenada im 21. Jahrhundert
In den Jahren 2000 bis 2002 versuchte eine Wahrheitsfindungs- und Versöhnungskommission, die auch international Beachtung fand, die Geschehnisse der Jahre 1979 bis 1984 aufzuarbeiten.

Anfang September 2004 wurde Grenada vom Hurrikan Ivan schwer in Mitleidenschaft gezogen. 95 % der Häuser der Hauptstadt St. George's wurden zerstört oder beschädigt. Die für die Landwirtschaft wichtigen Plantagen der Insel wurden verwüstet. Der Verlust von mehr als 35 Menschenleben war zu beklagen. Die Trinkwasser- und Stromversorgung brach zusammen.

Im Juli 2005 wurde Grenada erneut von einem Hurrikan - Hurrikan Emily - heimgesucht. Der Sturm forderte auf Grenada mindestens ein Todesopfer. Erneut wurden einige Gebäude und die Infrastruktur beschädigt. Am schlimmsten wurde die exportorientierte Landwirtschaft getroffen, da Emily zahlreiche Muskatnussbäume zerstörte." (Quelle: Wikipedia)


Anfang des neuen Jahres geht's für Klaus und mich nach Norden. Unsere erste Insel ist Carriacou, noch zu Grenada gehörend. Wir gehen in der Tyrrel Bay vor Anker und am Abend gibt's im Lazy Turtle eine schöne große Lobster Pizza. Im Lazy Turtle lernen wir auch Silvia und Wolfgang aus Lübeck kennen, die mit einer Malö 50 (ein Schwesterschiff der Santa Maria) unterwegs sind.

Zwei Tage später fahren wir über Nacht nach Bequia (sprich: beck wey). Morgens kommen wir in der Admirality Bay von Port Elizabeth an. Auch hier hat sich einiges verändert. Statt des wilden Ankerfeldes sind jetzt komfortable Bojen ausgelegt, die einen ordentlichen Eindruck machen. Den ganzen Tag über wuseln Wassertaxis und andere Anbieter von Serviceleistungen um uns herum. Man kann seine Schmutzwäsche dort abgeben oder Wasser bunkern. Wir lassen uns mit einem Wassertaxi an Land bringen, weil es doch etwas unruhig in der Bay ist. Mit dem eigenen Dinghi könnte es eine feuchte Angelegenheit werden. An Land ist es sehr bunt. Überall werden Souvenirs angeboten, es gibt reichlich offene Bars, und da man bei dem hiesigen Wetter immer Durst hat, kehren wir ein.

Unsere nächste Station ist die Wallilabou Bay auf St. Vincent. Wir wollen hier für St. Vincent ausklarieren. Bei unserer Ankunft sind sofort einige Ruderboote um uns herum. Sie helfen beim Bojenmanöver und bringen eine Heckleine an eine ehemalige Steganlage aus, von der nur noch die Pfähle stehen. Zwischen den Ruderbooten paddelt auch noch ein Souvenirverkäufer auf einem Surfbrett. Ein bisschen lästig sind sie schon. Außer als Platz zum Ausklarieren gibt es hier nicht viel. Ein kleines Hotel an Land und der Hinweis, dass hier Teile von "Fluch der Karibik" gedreht wurden.

Bojenmann und Souvenirverkäufer auf dem Surfbrett

Von hier aus wollen wir am nächsten Tag in die Marigot Bay auf St. Lucia. Als wir in die Bay einfahren, werden wir sofort von einem Schlauchboot mit einem Bojenhelfer eskortiert. Außerdem belästigt uns auch noch ein Obstverkäufer mit Weihnachtsmütze. Er kräht pausenlos vor sich hin, er sei der Weihnachtsmann. Wir haben aber bereits den 7. Januar. Er hat wohl den letzten Schuss nicht gehört. Der Bojenmann bringt uns zu einer freien Boje. Nach dem Festmachen verlangt er von Klaus 80 ECDollar. Klaus ist so angefressen, dass er sofort seine Leine zurückfordert. Ich gebe Klaus recht, denn an unseren letzten beiden Bojenplätzen haben wir 20 bzw. 50 ECD bezahlt. Wir fahren also aus der Bay wieder hinaus, weil wir in der Zufahrt keinen Ankerplatz mehr finden. Es sind noch ca. 10 sm bis in die Rodney Bay, im Norden von St. Lucia. Mit dem letzten Tageslicht finden wir dort ohne Probleme einen Ankerplatz.

Der nächste Tag beschert uns den ersten schönen Segeltag nach unserer Überfahrt. Ziel ist ein Ankerplatz vor Le Marin im Süden von Martinique. Uns empfängt ein riesiges Ankerfeld, in dem wir auch die Sea Star 2, mit Gudrun, Wolfgang und Daniel (http://www.seastar-2.com/) wiedertreffen. Wir gehen etwas in Luv von ihnen vor Anker. Wir haben ja schon ungewöhnlich lange für unsere Überfahrt gebraucht. Die Sea Star Crew hatte es aber noch schlechter getroffen. Sie benötigten 31 Tage und 11,5 Stunden. Wir waren seit Anfang Januar schon etwas besorgt, weil wir uns eine so lange Reise nicht vorstellen konnten. Aber jetzt sehen wir sie putzmunter wieder.

Es sind jetzt meine letzten Tage auf der Lucky. Wir erkunden an Land die wirklich sehr guten Einkaufsmöglichkeiten in Le Marin. Zwei Supermärkte stehen zur Verfügung. Einer auf dem Niveau Aldi/Lidl und der zweite mit etwas teurerem Angebot. Die Versorgungsmöglichkeiten sind hier um Längen besser als auf den südlicheren Inseln.



Interessante Bootstypen auf Martinique



Am Nachmittag des 12. Januar bringt mich ein Taxi für 60 € zum Flughafen von Fort de France. Um 22.00 Uhr Ortszeit geht's mit Air Caraibes nach Paris, wo ich am nächsten Morgen um 11.00 Uhr Ortszeit ankomme. Ich wundere mich über die Polizei- und Militärpräsenz auf dem Flughafen Orly. Erst am nächsten Tag erfahre ich von dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Am frühen Abend kann ich mit easyjet nach Berlin weiterfliegen. Eine grässliche Fluggesellschaft - Holzklasse.



© Rüdiger Kreutschmann


1. BRIEF 2. BRIEF 3. BRIEF 4. BRIEF 5. BRIEF 6. BRIEF 7. BRIEF 8. BRIEF 9. BRIEF 10. BRIEF 11. BRIEF 12. BRIEF 13. BRIEF 14. BRIEF 15. BRIEF
16. BRIEF 17. BRIEF 18. BRIEF 19. BRIEF 20. BRIEF 21. BRIEF 22. BRIEF 23. BRIEF 24. BRIEF 25. BRIEF 26. BRIEF 27. BRIEF 28. BRIEF 29. BRIEF 30. BRIEF
31. BRIEF 32. BRIEF 33. BRIEF 34. BRIEF 35. BRIEF 36. BRIEF 37. BRIEF 38. BRIEF 39. BRIEF 40. BRIEF 41. BRIEF 42. BRIEF 43. BRIEF 44. BRIEF 45. BRIEF
46. BRIEF 47. BRIEF 48. BRIEF 49. BRIEF 50. BRIEF 51. BRIEF 52. BRIEF


home schiff eigner kontakt impressum berichte routen news