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Winter 2013/2014

Back to the roots


Vierunddreißigster Brief



Was ist denn das für eine Überschrift?

Zurück an die Havel, wo meine seglerischen Wurzeln sind? Nein, bestimmt nicht. Aber zurück zur Ostsee. Ja, ich will zurück nach Deutschland, respektive Nordeuropa. Warum?

Es gibt einen Strauß von Gründen. Hier einige davon. Das Mittelmeer kommt für mich wegen der vorherrschenden Wetterbedingungen seglerisch nicht mehr in Frage. Entweder hat man dort Dieselwind oder es weht die Kühe von der Weide. Der Nordatlantik mit seinen Inseln, der Karibik, den USA und Kanada ist bereits von mir besegelt worden. Südamerika oder weltweit zu segeln (z.B. Südsee) kommt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Frage. Die Santa Maria als Laube an der sonnigen Algarve zu nutzen ist für mich zurzeit auch noch keine Option. Als logische Konsequenz aus diesen ganzen Überlegungen habe ich mich für die reizvollen Reviere Nordeuropas entschieden. Norwegen mit seinen unendlichen Fjorden und seinem Fischreichtum fällt mir da als erstes ein.


Welche Vorbereitungen, insbesondere technischer Art, sind zu treffen? Es werden wieder Wetterbedingungen auf uns zukommen, die besonders mit eingeschränkter bis schlechter Sicht einhergehen. Dem aufmerksamen Leser ist ja nicht entgangen, dass ich im Frühjahr 2013 meinem erstklassigen Radargerät hinterher weinte. Die erste Maßnahme danach war der Kauf eines Multifunktionsgeräts, das ich im Sommer 2013 ausschließlich als Kartenplotter benutzte. Jetzt, im Winterlager in Lagos, rüste ich weiter auf. Ein AIS-Gerät (Sender und Empfänger) wird ins System eingefügt. Mit AIS ("Automatic Identification System") kann ich einerseits andere Schiffe (Großschifffahrt, Fischer, andere Sportbootfahrer) auf meiner elektronischen Seekarte sichtbar machen. Alle Berufsschiffe über 300 BRZ in internationaler Fahrt und seit dem 1. Juli 2008 auch solche über 500 BRZ in nationaler Fahrt sind verpflichtet, eine AIS-Anlage zu betreiben. Dabei werden mir u.a. Standort, Kurs und Geschwindigkeit der anderen Fahrzeuge auf dem Monitor angezeigt. Dies ist ein erheblicher Zugewinn an passiver Sicherheit. Andererseits werden die aktuellen Navi-Daten der Santa Maria auch gesendet, so dass andere Fahrzeuge, die über AIS verfügen, uns ebenfalls auf ihren Monitoren sehen können und Informationen über unseren Standort, unseren Kurs und unsere Geschwindigkeit erhalten. Somit nehmen wir auch aktiv am elektronischen Traffic teil. Für meine Leser hinterm warmen Ofen gibt es nun auch die Möglichkeit, im Internet den Kurs bzw. den Standort der Santa Maria zu verfolgen. Einfach folgende URL eingeben:

http://www.marinetraffic.com/de/ais/home

Sobald die Seite "Marine Traffic" aufgebaut ist, in der Suchleiste "Vessel/Port" den Schiffsnamen Santa Maria eingeben und aus der Liste "Santa Maria sailing vessel (DE)" auswählen. Sollten weitere deutsche Segelboote (DE) mit dem Namen in der Liste auftauchen, muss man ausprobieren, welches das Richtige ist. Erkennen kann man dies entweder am hinterlegten Foto, am Rufzeichen: DDOZ oder an der MMSI Nummer: 211627530. Wenn man die Santa Maria einmal gefunden hat, empfiehlt es sich, bei "map options" (links) ein Häkchen bei "Meine Flotte" (my fleet) zu machen. Bei späterer Suche muss man dann nur noch "Meine Flotte" anklicken. Dazu muss man sich allerdings als Member registrieren lassen (kostenlos!).

Als weitere Maßnahme habe ich ein neues VHF Radio Telefon angeschafft und ins System integriert. Das neue Telefon ist DSC-fähig. Das heißt, das Gerät ist mit einer Distress-Taste ausgerüstet, über die im Notfall ein Notalarm ausgelöst werden kann. Bei dieser Meldung werden automatisch Schiffsname, Uhrzeit sowie Standort (über GPS) an Funkstellen gesendet, die über einen DSC Controller für UKW verfügen. Das können zum einen Schiffe sein, die sich in der Nähe befinden, das können aber auch Maritime Rescue Co-ordination Center (MRCC) sein, über die Rettungsmaßnahmen eingeleitet und koordiniert werden.

Aufbau der neuen Geräte in der Navi-Ecke


Zur Vervollständigung wird im Frühjahr 2014 noch eine neue Radarantenne installiert und ins System eingebunden. Sie wird leider nicht die Qualität wie die alte Antenne haben, weil es auf dem Markt nichts Vergleichbares gibt. In Verbindung mit AIS ist es aber meines Erachtens vertretbar.


Bevor die Segelsaison 2014 aber beginnt, verbringe ich einen weiteren Winter an der Algarve. Die überwiegende Zeit beschäftige ich mich, wenn ich nicht gerade mit meinen neuen Spielzeugen rummache, mit Arbeiten an der Santa Maria. Diesmal habe ich mir wieder einmal Lackierarbeiten in der Kajüte vorgenommen. Da ich ja nebenbei auch noch auf dem Boot wohne, kann ich immer nur Sektionsweise vorgehen. Zuerst schleife ich die Front der Pantry. Die Front besteht überwiegend aus Schubladen und Türen. Alles muss von Hand geschliffen werden, weil erstens die Teile zu klein für den Maschineneinsatz sind und zweitens einige Sperrholzteile dabei sind, die nur eine dünne Furnierschicht haben. Sehr schnell hat man diese Schicht durchgeschliffen und es kommt andersfarbiges Holz zum Vorschein. Wenn der komplette alte Lack entfernt ist, beginnt der Neuaufbau. Die ersten vier Anstriche trage ich jeweils im Abstand von 24 Stunden auf. Dann wird das erste Mal nass zwischengeschliffen und das wiederum nach jedem weiteren Anstrich. Nach sieben Lackschichten gibt die Schiffleitung ihr ok und ich kann mich entspannt zurücklehnen.



© Rüdiger Kreutschmann


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