logo



home schiff eigner kontakt impressum berichte routen news








August/September 2013

Saisonausklang


Dreiunddreißigster Brief



Bernd und Gerhard reisen ab und ich kann am ersten Werktag der neuen Woche zu Sopromar, um dort den Topwirbelbeschlag der Rollreffanlage schweißen zu lassen. Wie alle Handwerker von Sopromar, die ich bisher kennen gelernt habe, liefert auch der Schweißer eine saubere Arbeit ab. Anschließend fahre ich nach Portimao, um dort auf meinen nächsten Besuch zu warten. Leider gelingt es mir am Ankerplatz nicht, allein die Rollfockanlage wieder in ihren Fußbeschlag einzuschrauben. Der Schwell durch vorbeifahrende Fischer, große Motoryachten oder Jetskifahrer ist einfach zu groß. So sichere ich die Anlage am Bugkorb und hoffe auf das Jungvolk, welches bald auftauchen wird.

Lars und Benjamin, mit denen ich eigentlich in Lissabon verabredet war, erscheinen mit eintägiger Verzögerung, weil sie sich noch etwas Lissabon ansehen wollen. Als den bemerkenswertesten Eindruck von der Hauptstadt Portugals berichten sie, dass ihnen pausenlos Drogen zum Kauf angeboten wurden. Jetzt freuen sie sich, an der Algarve zu sein. Zuerst wird mit vereinten Kräften die Rollfockanlage in ihren bestimmungsmäßigen Zustand versetzt. Ich bin sehr erleichtert, denn ich befürchtete schon wegen meiner eigenen erfolglosen Bemühungen, dass an der Anlage irgendein weiterer Defekt aufgetreten sei. Aber, glücklicherweise, Fehlanzeige. Alles ist in Ordnung und wir können einen Tag später los.

Die drei von der Santa Maria


Unser erstes Ziel ist Culatra, und tapfer kreuzen wir auf. Einen halben Tag vertrödeln wir mit Segeln. Nach jeder Wende habe ich das Gefühl, der Wind dreht zu unseren Ungunsten mit. Am Nachmittag entscheiden wir uns doch für den Motor und so kommen wir in den zweifelhaften Genuss, die Lagune bei Nacht anlaufen zu dürfen. Wir erreichen die Einfahrt fast bei Stillwasser und wenig Seegang. Zu mindestens von dieser Seite sind keine Schwierigkeiten zu erwarten. Jetzt müssen wir nur dem etwas gewundenen Fahrwasser folgen, sorgsam die Fahrwasserbetonnung beachten, und um 23.20 Uhr fällt vor Culatra in einem großen Ankerfeld unser Anker.

Über Ayamonte geht's nach Cadiz, das immer wieder einen Besuch lohnt. Auf dem Weg dorthin fangen wir mit der Schleppangel eine (!) Makrele. Dann haben wir noch einen Anbiss eines recht großen Burschen, der sich aber, als er beim Einholen aus dem Wasser springt, losreißen kann.

Übermütiges Jungvolk in Cadiz


Nach Jahren machen wir mal wieder im Puerto America fest. Der Weg in die Altstadt ist zwar hier etwas weit, deshalb bin ich die letzten Male immer nach Rota gesegelt und von dort mit der Fähre nach Cadiz. Da wir aber am Abend in eine Tapasbar wollen, und danach keine Fähre mehr nach Rota fahren wird, ist der Puerto America, von dem aus die Altstadt fußläufig zu erreichen ist, die bessere Alternative. Wir sind mit der Auswahl der Bar wieder sehr zufrieden. Auf dem Rückweg treffen wir in der Nähe der seeseitigen Stadtmauer auf ein riesiges (Jugend-) Blechbläserorchester, das noch von Trommlern unterstützt wird. Ich habe sie nicht gezählt, aber meiner Schätzung nach sind es bestimmt 90 Musiker. Blechinstrumente sind ja nicht gerade die zartesten, entsprechend groß ist der Geräuschpegel. Wir Drei gehören zu den ganz wenigen Zuhörern/Zuschauern und machen eifrig Fotos.


Da die Zeit an Bord für Lars und Benjamin begrenzt ist, segeln wir nach einem weiteren Tag in Cadiz wieder zurück nach Culatra. Von den 82 sm bis dorthin können wir 75 sm segeln. Unterwegs ist natürlich wieder die Schleppangel draußen. Diesmal beißen insgesamt vier Makrelen an. Leider nichts Größeres. In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages gehen wir erneut vor der Insel Culatra vor Anker. Jetzt ist Faulenzen, Galao und Bier trinken und Bifana essen angesagt. Bei unserer Besichtigungstour der trockenfallenden Aussteigerschiffe finden wir etliche schöne Muscheln und Lars sogar ein Seepferdchen.

Unsere Beute vom Mittag


Der Flug für die beiden jungen Männer startet bereits morgens um 06.00 Uhr. In der Nacht geht natürlich so früh noch keine Fähre nach Faro. Also nehmen sie die letzte Fähre am Vorabend und treiben sich die Nacht in Faro bzw. auf dem Flughafen herum. Eine Odyssee. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen sie aber unbeschadet in Hamburg bzw. Rostock angekommen sein.

Ich habe jetzt noch einen knappen Monat bis zum Winterlager in Lagos. Diese Zeit verbringe ich zuerst vor Culatra, dann später im Rio Arade, vor Ferragudo.


© Rüdiger Kreutschmann


1. BRIEF 2. BRIEF 3. BRIEF 4. BRIEF 5. BRIEF 6. BRIEF 7. BRIEF 8. BRIEF 9. BRIEF 10. BRIEF 11. BRIEF 12. BRIEF 13. BRIEF 14. BRIEF 15. BRIEF
16. BRIEF 17. BRIEF 18. BRIEF 19. BRIEF 20. BRIEF 21. BRIEF 22. BRIEF 23. BRIEF 24. BRIEF 25. BRIEF 26. BRIEF 27. BRIEF 28. BRIEF 29. BRIEF 30. BRIEF
31. BRIEF 32. BRIEF 33. BRIEF 34. BRIEF 35. BRIEF 36. BRIEF 37. BRIEF 38. BRIEF 39. BRIEF 40. BRIEF 41. BRIEF 42. BRIEF 43. BRIEF 44. BRIEF 45. BRIEF
46. BRIEF 47. BRIEF 48. BRIEF 49. BRIEF 50. BRIEF 51. BRIEF 52. BRIEF


home schiff eigner kontakt impressum berichte routen news