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April/Juni 2011 Lagos - Balearen

Zweiundzwanzigster Brief


Im Fußball würde man sagen: "Der Ball rollt wieder."

Endlich wieder Seefahrt. Abgesehen von dem Kurztörn im August/September letzten Jahres musste ich eineinhalb Jahre auf diesen Augenblick warten. Wie bereits fürs letzte Jahr geplant, soll es nun in diesem Jahr nach Griechenland gehen. Bis wir aber auf Kreta ankommen, liegen noch manch schöne Etappenziele auf dem Weg. Die Planung ist komplett, die Mannschaften für die Teiletappen stehen fest, jetzt fehlt nur noch der richtige Segelwind. Wenn ich einen Wunsch äußern darf: möglichst wenig Wind aus dem östlichen Quadranten, denn Kreta liegt von Lagos aus in der Peilung von 086,5 °.


Am 1. April kommt die Santa Maria für die notwendigen Verschönerungsarbeiten aus dem Wasser. Ich habe zwei tatkräftige Helfer, Andreas und Klaus. Die Arbeiten gehen zügig voran, so dass sogar Zeit für einen kurzen Ausflug mit dem Auto an die Westküste bleibt.



andreas und klaus

Andreas und Klaus



Montag wird von Sopromar noch eine neue Dreifarbenlaterne auf dem Großmast installiert und danach kann die Santa Maria wieder ins Wasser. Lebensmittel bunkern, Segel anschlagen, an und unter Deck aufklaren, mit Ricarda und Manfred eine kleine Abschiedsparty feiern, dann kann es losgehen. Leider haben wir jetzt erst einmal Starkwind mit Sturmböen aus östlicher Richtung. Also genau das, was wir überhaupt nicht gebrauchen können. Wir bleiben. Nach einem Tag flaut der Wind aber ab und wir können zum Rio Arade aufkreuzen. Dort gehen wir für die Nacht vor Anker. Ein erster Badeversuch im Fluss wird von Klaus recht schnell abgebrochen. Auch hier am Atlantik ist es eben erst Anfang April.



rio arade



Der nächste Tag beschert uns recht schönes Segeln mit leichten raumen Winden. Erst als wir unseren Ankerplatz vor Culatra in der Lagune von Faro erreichen wird er wieder zu einem strammen 6 Bf. Wind. Die Santa Maria zerrt ordentlich an ihrer Ankerkette. Über Nacht beruhigt sich der Wind und wir setzten morgens bereits am Ankerplatz das Großsegel. Klassisch gehen wir unter Segeln Anker auf, segeln aus der Lagune hinaus und steuern unser nächstes Ziel, den Grenzfluss Guadiana zwischen Portugal und Spanien an. Als wir die dritte Nacht vor Anker gehen, wird bei meinen zwei Mitseglern der Wunsch nach einer landseitigen Dusche laut. Dieser Wunsch soll am nächsten Morgen in Ayamonte erfüllt werden.


Der spanische Grenzort Ayamonte, in dem ich immer wieder gerne bin, kommt auch bei Andreas und Klaus gut an. In den engen Gassen schlendern, auf den hübsch angelegten Plätzen verweilen oder in einem Straßencafe einen cafe con leche trinken gehören zu den Genüssen in Ayamonte. Sogar eine schwache Internetverbindung haben wir in der von der staatlichen Eppa verwalteten Marina.



Ayamonte

ayamonte 1



ayamonte 2



ayamonte 3



Wir haben jetzt noch drei Tage bis zur Abreise von Klaus. Dazu wollen wir in die Bucht von Cadiz, denn er fliegt von Jerez de la Frontera aus zurück nach Deutschland. Ein schwacher Wind bringt uns morgens aus dem Guadiana heraus. Danach erst Flaute, dann leichter Wind von vorn. Also Motor an. Als Ziel habe ich mir Rota, eine Marina am Eingang der Bucht von Cadiz, ausgesucht. Mit 2000 U/min kommen wir recht ordentlich voran. Leider nimmt der Wind im Laufe des Tages zu, so dass ich die Motordrehzahl erst auf 2100, dann auf 2200 U/min. erhöhen muss. Wir machen dann je nach Welle 5 bis 6 Knoten Fahrt. Zunehmender Gegenwind scheint nach einigen schönen Segeltagen ein Naturgesetz zu sein. Rasmus muss uns Segler immer auch mal ein wenig ärgern. Um 23.15 Uhr kommen wir in Rota an und können an einem Kopfsteg in der Marina festmachen. Tatkräftige Helfer sind auf dem Steg zur Stelle.


Jetzt sind es nur noch knapp 6 Meilen bis zum Endpunkt der Reise für meine beiden Mitsegler. El Puerto de Santa Maria, in der östlichsten Ecke der Bahia de Cadiz gelegen, habe ich mir ausgesucht. Der Ort liegt an einem kleinen Fluss, und wir können am Kopf eines Steges im Real Club Nautico festmachen. Der Club hat für hiesige Verhältnisse großzügige Anlagen. Es gibt nicht nur einen Pool, sondern ein richtiges Schwimmbad. Daneben mehrere Tennisplätze und eine Basketballanlage. Der Sanitäre Bereich ist mehr als ausreichend. Eine ausladende Bar, mit davor liegender großer Terrasse, lädt zum Verweilen ein. Hier scheint der gesellschaftliche Mittelpunkt für Leute des Ortes zu sein, die es geschafft haben. Selbst der Junior aus dem spanischen Königshaus soll hier ab und zu Gast sein. Deshalb wohl "Real" Club Nautico.



real club nautico



real club nautico



Wenige hundert Meter vom Club entfernt befindet sich der Fähranleger nach Cadiz. Das Altstadtzentrum liegt gleich dahinter. Die Architektur erinnert stark an Cadiz. Alles ist etwas kleiner als dort, allerdings bedürfen die meisten Häuser einer dringenden Renovierung. Auch der große Sakralbau Iglesia Mayor Prioral sieht von außen so aus, als würde er in Kürze zusammenbrechen, innen allerdings beeindruckend wie die meisten katholischen Kirchen. Diese Hauptkirche des Ortes wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut; umgebaut im 17. Jahrhundert mit gotischen, barocken und neo-klassischen Elementen.



iglesia major prioral



Klaus fliegt am nächsten Tag zurück nach Deutschland. Andreas und ich erkunden zum Teil allein, manchmal auch gemeinsam, den Ort. Wir fahren mit der Fähre nach Cadiz, kommen aber nicht auf dem gleichen Weg zurück. Wegen zu starken Windes wurde der Fährbetrieb am Nachmittag eingestellt. So müssen wir einen Bus nehmen, was aber auch kein Problem darstellt. Am Sonntag zieht eine große Prozession durch die Stadt. Die Straßen sind von Zuschauern gesäumt. Der Zug bewegt sich sehr würdevoll, für uns quälend langsam, seinem Ziel entgegen - der Iglesia Mayor Prioral. Da ich meine Bilder bereits im Kasten habe, verabschiede ich mich von Andreas, der die Ankunft noch life miterlebt.


Der Wind, der uns bereits in Cadiz zu schaffen machte, hört nicht auf. Es ist ein starker Levante (Ostwind), der die Santa Maria genau von der Seite trifft. Mit hartem Press liegen wir längsseits am Steg. Immer wieder versuchen wir die Fender umzuhängen, um den Druck besser abfangen zu können. Nach einer von mir geglaubten genialen Idee verlieren wir sogar einen meiner Kugelfender. Man lernt nie aus!


Am Mittwoch reist auch Andreas ab und am Freitag reisen Holger und Philipp an. Mein Versuch, einen Tag vor Karfreitag noch Lebensmittel einzukaufen, scheitert. Diese katholischen Spanier - machen sich schon einen Tag vor dem Feiertag einen Lenz.


Holger und Philipp kommen pünktlich an. Das Wetter bessert sich. Wir beschließen nach einem Blick auf Windguru, am Sonntag auszulaufen. Der Tag beginnt windtechnisch noch etwas flau, steigert sich aber im weiteren Verlauf. Nachdem wir die Cadizbucht verlassen haben baumen wir die Genua aus, sichern den Großbaum mit einer Bullentalje und haben einen geruhsamen Nachmittag. Wir entscheiden, gleich nach Gibraltar durchzusegeln. Kurz nach Mitternacht kommen wir in der Bucht von Algeciras an und gehen vor La Linea (Spanien) vor Anker.


Die Nacht ist nicht ganz ruhig, weil in der Bucht ein Grundschwell läuft, der einerseits durch die fahrenden Schiffe (Fähren nach Marokko) und andererseits durch den Atlantikschwell verursacht wird. Am anderen Morgen machen wir dann in der Marina Bay (Gibraltar) fest und alles ist wieder ruhig. Der Besuch bei den Berberaffen auf dem Rock ist obligatorisch. Das Preisniveau auf der Main Street hat nach meinem Eindruck weiter angezogen. Im Supermarkt "Morrison" sind die Preise deutlich überteuert. Wir wollen weiter.



europa point

Gibraltar vom Europa Point aus gesehen



Berber vom Affenfelsen in Gibraltar

gibraltar



berberjunges



marocco

Marokko ist nur einen Katzensprung von Gibraltar



runway

Der Verkehr nach Spanien (La Linea) fließt über den Runway



Unser nächster Hafen ist Sotogrande (Costa del Sol). Eine großzügig angelegte Marina mit hübschen Ferienhäusern rund herum. Kein gewachsener Ort. In der Vorsaison sind die Urlauber noch nicht da, entsprechend leer ist es. Außer ein paar überteuerter Restaurant gibt es hier nichts was uns hier halten könnte. Obwohl wir für zwei Tage bezahlt haben, machen wir schon am nächsten Tag die Leinen wieder los. Der nächste Stopp soll in Fuengirola sein, leider können wir den Hafen nur mit Maschine erreichen. Ein ganz schwacher Wind, zudem noch von vorn, lässt segeln nicht zu.


In Fuengirola ist für Philipp Schluss. Er hatte wohl etwas falsche Vorstellungen von einem Leben auf einem Segelboot. An seinem letzten Tag an Bord hilft er uns noch mit einer Segelmacherin zu verhandeln, die zwei neue Cover für das Großsegel und für den Besan fertigen sowie Großsegel und Genua reparieren soll. Sie verspricht, alles innerhalb von zwei Tagen erledigen zu lassen. Dafür müssen wir aber die ganze Sore am Samstag im Fischereihafen von Malaga abholen.


Holger und ich machen uns auf den Weg, nicht ohne vorher im Mercado Municipal frische Gewürze gekauft zu haben. Der Einkauf hier ist eine Offenbahrung. Alles von erstklassiger Qualität und zu sagenhaft günstigen Preisen.


Im Fischereihafen von Malaga haben wir gerade erst festgemacht, als auch schon die Ordnungsmacht erscheint. Drei bewaffnete Polizisten wollen wissen, wer ich bin und was ich im Fischereihafen zu suchen habe. Die Santa Maria sieht doch nicht wirklich wie ein Flüchtlingsboot aus. Wahrscheinlich glauben sie, ich schmuggle Afrikaner ins gelobte Land - oder Schlimmeres. Ich schleppe sie mit zu "Velas Petrel", wo Maria schon mit den reparierten Segeln und den neuen Abdeckungen für die Segel (Cover) auf mich wartet. Sie erklärt den Polizisten, warum ich da bin. Nun verschwinden die Uniformierten nicht etwa, nein, sie warten, bis die ganze Prozedur, einschließlich Bezahlen und Transport zur Santa Maria erledigt ist. Sie haben wohl momentan keinen wichtigeren Job. Nachdem alles an Bord verstaut ist, verlassen wir etwas überstürzt den Hafen von Malaga. Nach dreieinhalb Stunden sind wir in Caleta de Velez, wo wir freundlich aufgenommen werden.


new cover

Die neuen Cover



Caleta de Velez ist nicht besonders prickelnd, deshalb verlassen wir den Hafen recht schnell, obwohl für den Tag Regen angesagt ist. Der Regen begleitet uns dann auch, aber wir haben strammen Wind aus der richtigen Richtung. Die 62 sm bis Almerimar schaffen wir in gut 10 Stunden, was eine ordentliche Durchschnittsgeschwindigkeit bedeutet. Wir sind sehr zufrieden.


Im Hafenbüro von Almerimar hat man noch meine Daten von vor drei Jahren im Computer, entsprechend schnell geht die Einklarierung. Nach einer halben Stunde haben wir mit Hilfe eines Marineros unseren Liegeplatz und sind ziemlich zufrieden, aber auch ein wenig geschafft.


Bei einem Rundgang am nächsten Tag stelle ich fest: es hat sich hier nichts Entscheidendes verändert. Nach wie vor erheblicher Leerstand in den Immobilien. Neu ist, dass viele Liegeplätze leer sind und dass Boote in großer Anzahl zu verkaufen sind. Eine Feststellung, die ich auch schon in anderen Häfen treffen konnte. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in vielen Ländern Europas werden hier sehr augenfällig.



Hafenbüro von Almerimar



Etwas unkonventionelle Segelstellung



Wir bleiben nur für einen Tag. In einem langen Schlag segeln wir nach Cartagena. Auf der Suche nach einer Tapasbar erleben wir eine angenehme Preisüberraschung. Tapas für 1,90 € inkl. Bier, das ist ein Preisniveau aus einer anderen Welt.




seemannsfrühstück

Frühstück für einen Seemann



Jetzt geht es jeden Tag etwas weiter. Wir ankern in der Zufahrt zum Mar Menor, bleiben in Alicante für eine Nacht und machen uns dann auf nach Altea, wo wir lose mit Kurt verabredet sind.



benidorm

Nicht Manhattan, sondern Benidorm (Spanien)



Kurt, oder wie er hier in Spanien genannt wird "Capitan Kurt", ist als junger Mann nach Spanien ausgewandert. Nach recht erfolgreicher Tätigkeit in der Werbebranche hat er aber sein weiteres Leben weitgehend auf den Meeren dieser Welt verbracht. 24 Jahre lang segelte er mit seiner Yacht "Nicole" nach Alaska, nach Südamerika, nach Afrika, in die Südsee und zu allen interessanten Plätzen dieser Welt. Er hat darüber auch ein Buch geschrieben, allerdings gibt es das zurzeit nur auf Spanisch. Von allen seinen Reisen brachte er Masken und andere Erinnerungsstücke mit nach Altea. Er eröffnete hier eine Bar, die folgerichtig "La Mascarada" heißt. Die Wände der Bar zieren alle seine Masken und die weiteren Erinnerungen an seine Seefahrtszeit. Ein wahres Museum. Selbst das spanische Fernsehen widmete ihm schon eine Geschichte. Mittlerweile ist er sogar Ehrenbürger von Altea. Neben der Bar befindet sich ein alter Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert. Hier hat Kurt sich ein Zuhause geschaffen, das ebenfalls einem Museum gleicht. Unschätzbare Kostbarkeiten brachte er von seinen Reisen mit, dazu eine Instrumentensammlung, denn Kurt ist nebenbei auch noch Musiker. Ein wahres Multitalent. Er musiziert nicht nur, er textet und komponiert auch. Im Oktober tritt er mit befreundeten Musikern in der Veranstaltungshalle in Altea auf. Vorher will der 74jährige Tausendsassa aber noch ins schwarze Meer segeln. Wahrscheinlich hat er von den schönen Frauen in Odessa gehört. Das ist für ihn allemal ein Grund, den Anker zu lichten.



altea

Hier oben, direkt neben der Kirche, da residiert Kurt



la mascarada

Die Bar "La Mascarada"



Wir treffen Kurt direkt vor seiner Bar - ich muss mich leicht korrigieren: die Bar gehört mittlerweile Helena, einer jungen Gefährtin aus seinen wilden Segelzeiten. Um sie nach Jahren auf See abzusichern, hat er ihr die Bar überschrieben. Sie zahlt ihm dafür eine kleine Leibrente. Sofort werden wir von Kurt herzlich empfangen. Es gibt erst einmal eine Museumsführung. Danach lädt er uns zum Essen in eins der umliegenden Restaurants ein. Überall wird er freundlich begrüßt. Er ist hier wohl einer der bekanntesten Männer. Der Abend endet in seinem Wehrturm, wo wir mit so interessanten Drinks wie "Elefantenpisse" traktiert werden.


Während wir noch in der Bar zechen, lernen wir den bekannten New Yorker Maler E. C. Corbitt kennen. Ich kann ihn dazu überreden, dass er uns am nächsten Tag in sein Atelier einlädt. Corbitt hatte schon überall in Europa Ausstellungen, auch in Berlin. Am erfolgreichsten ist er allerdings in Skandinavien, wo zu den Ausstellungen auch noch der wirtschaftliche Erfolg kommt. Seine Bilder gefallen mir sehr gut, zwar etwas abstrakt, aber voller Fantasie und von einer intensiven Leuchtkraft der Farben.


Nach dem Besuch im Atelier kocht Kurt für uns. Während wir gestern noch in der Begleitung von drei Ladies aus Deutschland waren, sind wir heute eine reine Männerrunde. Auch beim Kochen beweist Kurt sein Talent. Erstmalig mache ich Bekanntschaft mit Stockfisch, der bei den Antipasti serviert wird. Wider Erwarten schmeckt er sehr gut. Kurt hat ihn allerdings auch 24 Stunden gewässert. Die als Hauptgericht gereichten Spagetti verblassen gegen die weiteren Köstlichkeiten. In Rum eingelegte Früchte, kleine Teigwaren mit Erdbeeren und süßer Sahne und natürlich wieder ein guter Rotwein. Da ich heute Morgen mit einem leichten Haarwurzelkatarr aufgewacht bin, halte ich mich diesmal entsprechend zurück. Wir verabschieden uns relativ früh von Kurt, denn am nächsten Tag wollen wir zu den Balearen aufbrechen.



kurt

Kurt



Bei der Überfahrt am nächsten Tag haben wir leichten Wind von vorn - hatten wir doch schon mal, oder? Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir die Cala Badella auf Ibiza, ein nicht wirklich sicherer Ankerplatz. Aus diesem Grunde verholen wir am nächsten Vormittag nach Ibiza Stadt. In der im Handbuch beschriebenen städtischen Marina machen wir fest. Als ich ins Marinabüro komme stellt sich heraus, auch hier hat es eine Privatisierung gegeben. Entsprechend hoch sind die Liegegebühren. Für zwei Tage knapp 100 €. Dafür gibt es keine landseitigen Duschen und Toiletten, wie mir die hinreißende Andrea lächelnd erklärt. Ibiza ist so gar nicht nach meinem Geschmack. Zuviel Disco, zuviel Discoqueens, zuviel zur Schau gestellte Lässigkeit, mit einem Wort: zuviel künstliches Leben. Die Altstadt sieht aus der Ferne sehr hübsch aus. Am Berg klebend, gekrönt von der mächtigen Kathedrale. Als ich durch die Altstadt laufe: Enttäuschung. Überall Restaurants, Boutiquen, Schnickschnack Läden und das meiste nicht etwa betrieben von Einheimischen, sondern von Leuten, die irgendwie hier hängen geblieben sind.



ibiza

Kathedrale von Ibiza Stadt



ibiza

Hafen von Ibiza Stadt



ibiza hafen

Ibiza



Schnell weg hier. Aber es regt sich kein Lüftchen. Das Mittelmeer sieht aus wie geschmolzenes Blei. Altea hat uns sehr gut gefallen und hier wären wir sicher noch gern ein wenig länger geblieben. Aber, in wenigen Tagen wird Holgers Frau Rita von uns auf Mallorca erwartet. Also muss es weiter gehen. Als wir in Port Andratx auf Mallorca an einer Boje festmachen, bin ich erst etwas enttäuscht. An dem ausgewiesenen Ankerplatz ist überhaupt kein Platz für einen eigenen Anker. Mein Ärger verraucht aber in den nächsten Tagen. Die Gründe sind vielfältig. Zuerst mache ich das Beiboot für die Überfahrt an Land klar und, der vielgescholtene Außenborder springt tatsächlich an. Der Supermarkt an Land stellt sich als gut sortiertes Exemplar heraus. Ein Zeichen, dass es hier viele deutsche Residenten gibt. An Bord haben wir kostenlosen Internetzugang. An die Boje kommt niemand um Liegegeld zu kassieren. Eine Menge Gründe wie ich finde, erst einmal hier zu bleiben.



malle

Erster Eindruck von der SE-Ecke Mallorca



port andratx

Santa Maria in Port Andratx



port andratx

Dingilandeplatz Port Andratx



wrack

Man sollte das schwachwindige Wetter des Mittelmeeres nicht unterschätzen



fischer



Rita kommt nicht. Sie hatte angeblich einen Reitunfall und kommt auf keinen Fall zum Segeln nach Mallorca. Aus diesem Grunde mustert nun auch Holger ab. Wie mir Holger zwei Wochen später mitteilt, haben sie sich auf Mallorca eine Segelyacht gechartert und sind um die Insel gesegelt. That's life.


Nun bin ich früher allein auf den Balearen als geplant. Meine beiden Mitsegler für die Überfahrt nach Sizilien erscheinen erst Ende Juni. Also werde ich die Zeit für mich nutzen.





ankerplatz



© Rüdiger Kreutschmann


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