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September/Oktober/November 2008 - Dreieinhalb Monate Lanzarote

Elfter Brief


Dreieinhalb Monate Lanzarote. Wird das nicht langweilig? Ich versuche, mich der Frage von verschiedenen Seiten zu nähern.

Zuerst geht es um die Santa Maria. Wir sind hier in der Marina Rubicon bestens aufgehoben. Der Yachthafen entspricht allermodernstem Standard. Die Hafenanlage ist großzügig angelegt; das Manövrieren zwischen den Steganlagen ist problemlos, da überall genügend Platz ist. Jeder Liegeplatz hat einen eigenen, breiten Seitensteg. Kein mühseliges Auf- und Absteigen über den Bugkorb. Die Steganlagen, wie der gesamte Hafen, gepflegt und sauber. Jeden Tag fahren die Marineiros mit Schlauchbooten im Hafen umher und fischen Unrat aus dem Wasser. Was in anderen Häfen üblich ist, dass sich der Dreck je nach Windrichtung in den Ecken des Hafens sammelt, so etwas gibt es hier nicht. Die Marineiros haben auch sonst alles im Blick, nicht nur tagsüber, sondern ebenfalls nachts sind sie dauernd unterwegs und vermitteln ein Sicherheitsgefühl. Ein weiteres Argument für diese Marina ist der stabile Internetzugang, nicht ganz billig, aber akzeptabel.





Marina Rubicon



An der Santa Maria ist einiges zu tun. Der Werftbetrieb von Señor Alvaro vermittelt mir einen Kontakt zu José, einem Segelmacher. Er sprüht nicht gerade vor preußischer Zuverlässigkeit, nimmt aber die Genua zur Reparatur an und macht ein akzeptables Angebot für ein weiteres Vorsegel. Während unserer Überfahrt von Gibraltar, wie auch hier innerhalb der Kanaren, hat sich bei mir die Erkenntnis durchgesetzt, dass ich für das Segeln im Passat nicht ausreichend gerüstet bin. Das Großsegel ist bei achterlichem Wind eine schlechte Alternative. Bis wir in Westindien sind, ist das Segel durch die Unterwanten durchgescheuert. Da hilft kein Tausendfuß, wie ich mir von deutschen Nachbarn, die so etwas haben, bestätigen lasse. Also muss eine zusätzliche Genua her. Das allein reicht natürlich nicht, ich brauche auch einen zweiten Spinnakerbaum. Nur so lässt sich über tausende von Seemeilen vernünftig "Schmetterling segeln". Hier ist Señor Alvaro wieder behilflich. Ein Telefonat mit einem Händler auf Tenerife und schon wird der Baum für in zwei Tagen avisiert. Ich bekomme wieder einen fairen Preis, und die Hoffnung, dass die Zeitvorstellungen der Canarier mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Was natürlich nicht der Fall ist. Zwei Tage später soll der Baum angeblich bereits in Arrecife liegen, "aber der Transport hierher, Señor ...". Da ich über viel Zeit verfüge, kann ich das Problem aussitzen. Vier Tage später ist er dann tatsächlich da. Auch der versprochene Termin für die Rückgabe der reparierten Genua wird um eine Woche überschritten; immerhin habe ich sie jetzt. Im Spanischen gibt es ja das schöne Wort "mañana". Die neue Genua verspricht José für den 15. Oktober. Eine einwöchige Verspätung scheint Standard zu sein. Außerdem braucht José immer eine kleine Animation in Form eines Telefonats. Er ist dann am Telefon ganz nett, höflich und um Erklärung der Verzögerung bemüht. Seine Handwerkerehre rettet er jeweils damit, dass er zu dem am Telefon versprochenen zweiten Termin auch wirklich liefert.



Das Umfeld der Marina

Rubicon ist eine reine Yachthafen- und Ferienanlage. Kein gewachsener Ort. Meine immer wiederholte Kritik an der Verschandelung der spanischen wie der kanarischen Küsten greift hier nicht. Bis auf das Shopping Center, das nicht in die Landschaft passt und architektonisch ein Stilbruch ist, ist die übrige Bebauung landschaftsverträglich. Ursächlich dafür ist der enorme Anteil an der Gestaltung Lanzarotes durch den Maler, Bildhauer und Architekten César Manrique. Manrique wurde 1919 in Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes geboren, studierte auf Tenerife und in Madrid und hat weltweit Anerkennung durch seine Kunst erfahren.


Selbstbildnis César Manrique


"1964 lädt Nelson Rockefeller den Künstler zu sich in die USA ein, wo er in Houston und New York in der Galerie "Catherine Viviano" seine Ausstellung für die nächsten vier Jahre sicherstellt.

Zurück auf Lanzarote, entschließt Manrique sich, seine Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt zu verwandeln. Für diesen Plan kann er Pepin Ramírez, einen alten Freund der Familie, der inzwischen Präsident der Inselregierung ist, gewinnen. Der Plan beinhaltet, nur die traditionelle Bauweise Lanzarotes zuzulassen, auf mehr als zweistöckige Bauwerke zu verzichten, und sogar alle Werbeplakate von den Straßen der Insel zu entfernen. 1968 spricht die Regierung sogar ein Verbot für Reklameanhäufungen aus. Manrique fährt selbst über die Insel, um die Bevölkerung vom lanzarotenischen Architekturstil zu überzeugen." (Quelle: Wikipedia)

Nach seiner Rückkehr aus den USA entschied sich der Künstler, sich endgültig auf Lanzarote niederzulassen. Auf einem 30.000 qm Grundstück baute er ein Haus, dass weltweit Aufsehen erregte. Das Grundstück war bei den Vulkanausbrüchen von 1730 von Lavaströmen bedeckt worden. Auf fünf Lavablasen baute er sein Wohnhaus. Die Lavablasen (Höhlen) bezog er in den Wohnbereich ein und verband sie mit kleinen Höhlengängen. Heute ist der gesamte Komplex eine Stiftung, die von Manrique selbst mit Freunden 1982 gegründet wurde. Bei einem Besuch Lanzarotes ist der Besuch der Anlage ein Muss.



Lavafeld auf dem er baute



Mühseliger Weinanbau



Picasso und Miro - Freunde von Manrique





Pool des Meisters



Es geht hinab zu den Lavablasen



Wohnlandschaft



Verbindungsgang zwischen den Lavablasen

An einigen Stellen der Insel, die ich bisher sehen konnte, wird schon gegen die Ideen des Künstlers verstoßen. Im Vergleich zu anderen Küstenregionen Spaniens kann das Auge sich hier aber geradezu erholen. Zu hoffen ist, dass dies noch lange so bleibt und dass das wohl in Spanien übliche Verschachern von Grundstücken und Genehmigungen in Grenzen gehalten wird. In Festlandsspanien las ich, dass der halbe Stadtrat von Estepona wegen schräger Machenschaften verhaftet worden sei. Wahrscheinlich wäre es auch nicht falsch, in manchen Gemeinden den gesamten Stadtrat zu verhaften, und einen Großteil der Verwaltung gleich mit.

Was gibt es sonst noch? Die Mannschaft für die Überfahrt in die Karibik steht fest. Neben Helmut hat sich nunmehr Klaus entschieden, den Törn mitzumachen. Ich bin überzeugt, dies ist eine gute Mannschaft. Zeitabsprachen werden getroffen. Ich sende den beiden eine erste Proviantliste zu. Obwohl ich kein Freund von deutschen Produkten (Eisbein mit Sauerkraut) im Ausland bin, probiere ich den "Deutschen Bäcker" von Lanzarote aus. In einem Langzeittest will ich herausfinden, wie lange das dunkel gebackene Brot haltbar ist. Nach einer Woche ist das Brot noch gut genießbar und es gibt keine Anzeichen von Schimmel. Nun verschärfe ich den Test. Ich kaufe zwei Brote, eins zum Essen, das zweite will ich frühestens nach einer Woche anbrechen. Letztlich stelle ich fest, das Brot ist auch nach 14 Tagen noch essbar, nur etwas trocken.

Saline im Süden Lanzarotes

Ich liege jetzt seit drei Wochen hier. Zwei Dinge beunruhigen mich. Als ich mit Klaus von Las Palmas lossegelte, entdeckten wir in der Dämmerung zwei kleine cucarachas an Bord, die beide eliminiert werden konnten. Jetzt, nach drei Wochen, entdecke ich morgens erneut so ein Biest. Ich kann es in den Schabenhimmel schicken, bin aber einigermaßen konsterniert. Wie kommen die lieben Tierchen bloß an Bord? Ich befürchte, dass sie mit den Einkäufen an Bord geschleppt werden. Man wird sich nicht auf Dauer davor schützen können. Von anderen Seglern werde ich auf eine kleine Schabenfalle hingewiesen. Ich erwerbe welche und bin gespannt, ob sie wirken. Nach zwei Tagen Erfolg. In der Falle, die ich in die Backskiste gelegt habe, liegt eine Schabe in den letzten Zuckungen. Ich bin begeistert. Später erfahre ich, in den kleinen Fallen befindet sich Kontaktgift und ein Lockstoff. Schaben, die sich darüber hermachen, schleppen das Gift ins Nest und verseuchen Artgenossen und die Brut. Etwas Trost spendet mir außerdem der Gedanke, dass es dafür hier so gut wie keine Fliegen und auch keine Moskitos gibt.

Die zweite Sorge, die mich umtreibt, ist der Bewuchs am Unterwasserschiff. Im Bereich der Wasserlinie haben sich kleine Seepocken angesiedelt. Hoffentlich ist nicht der gesamte Unterwasserbereich befallen. Eines Tages setze ich das Beiboot ins Wasser und versuche, dem Bewuchs auf den Grund zu gehen. Das Hafenwasser ist nicht so klar wie ich es mir wünschen würde. Trotzdem kann ich erkennen, dass weder das Ruder noch die Schraube nennenswerten Bewuchs haben. Die Wasserlinie einigermaßen sauber zu kriegen ist allerdings eine elende Angelegenheit. Ich entschließe mich, die Santa Maria Ende Oktober aus dem Wasser nehmen zu lassen um einen neuen Anstrich aufzutragen. Dazu bestelle ich Farbe in Deutschland. Nach vielem Hin und Her bringe ich auf dem Postamt in Playa Blanca in Erfahrung, das Packet ist wegen Unzustellbarkeit zurückgeschickt worden. Die Adrenalinproduktion kommt in Gang. Über verschiedene Kontakte erfahre ich, in Arrecife gäbe es einen Ausrüster, der mein gewünschtes (deutsches) Produkt vertreibt. Eine Stunde Busfahrt nach Arrecife, Nachfragen bei den verschiedensten Händlern, endlich werde ich fündig. Mit meiner Beute von vier Dosen Antifouling mache ich mich glücklich auf den Heimweg.

stempel

Ein Lebenszeichen von Heinrich. Er befindet sich mittlerweile mit seinem Boot in Lagos. Seine Überfahrt vom Englischen Kanal nach Portugal schildert er in einem Telefonat als abenteuerlich. In der Biskaya habe er sechs Stunden im Mast verbracht, weil die Schiene fürs Großsegel herausgerissen war und er das Segel nicht mehr bergen konnte. Bei dieser Aktion sei er grün und blau geschlagen worden. Ein Vorsegel sei in tausend Fetzen zerrissen worden. Chaos pur. Dann berichtet er von den geldgierigen Menschen in den Häfen. "Die holen dir das Weiße aus den Augen ..." Na ja, mit einem fünf Dollar Schein kann man heute nicht mehr um die Welt segeln. Im Ganzen macht er einen frustrierten Eindruck. Seine Pläne für Südamerika hat er auch aufgegeben. Nunmehr will er nach Israel. Dort könne er für kleines Geld mehrere Monate liegen. In dieser Zeit will er wieder nach Thailand und sich dort mit seinen Kindern treffen. Zurück zu seinem Boot, will er anschließend durch den Suez Kanal und dann nach Indien. Ein Blick auf die Monatskarten (Karten mit den Hauptwindrichtungen in den einzelnen Monaten des Jahres) für dieses Seegebiet zeigt, in den Sommermonaten hat er ganz gute Chancen. Andrerseits gelten das Rote Meer, der Golf von Aden sowie das Horn von Afrika zurzeit als die gefährlichsten Gewässer der Welt. Fast jeden Tag kann man in den Nachrichten von den somalischen Piraten hören oder lesen. Ich bin gespannt wie's mit ihm weiter geht.

Ende September erscheint Johannes aus der Schweiz. Er ist an der Rückreise von Kanada nach Europa interessiert. Wir wollen in 1 ½ Wochen herausfinden, ob wir es miteinander aushalten. Nach einem Tag Eingewöhnung machen wir uns auf den Weg in den Norden von Lanzarote. Wir haben stark drehende Winde und können letztlich nur mit Hilfe des Motors Puerto de Arrecife erreichen. Wir versuchen zuerst, trotz ausliegender Bojen, zu ankern. Das erste Ankermanöver geht schief, der Anker fasst nicht. Beim zweiten Versuch hält der Anker, wir sind aber gefährlich nahe der Mole. Schließlich entschließen wir uns, doch eine der ausliegenden Bojen zu nehmen. Damit erregen wir das Missfallen eines anderen deutschen Seglers. Er zetert herum, wir kämen ihm zu nahe. Ich verliere etwas die Nerven und brülle zurück. Bin jetzt wild entschlossen kein weiteres Manöver zu fahren.



johannes

Erster Schnuppertörn mit Johannes



Am anderen Morgen, es ist alles gut gegangen, segeln wir davon. Zuerst können wir noch bei einigermaßen glattem Wasser hoch am Wind segeln. Als wir aus dem Windschatten der Insel herauskommen wird es rauer. In etlichen Kreuzschlägen erreichen wir am Abend die Fjordeinfahrt zwischen Lanzarote und Graciosa. Es hat keinen Sinn, jetzt weiter aufzukreuzen. Mit dem Motor fahren wir das letzte Stück bis zu unserem Ankerplatz.

Mit Graciosa betrete ich am anderen Tag meine 6. kanarische Insel. Hier gibt es fast keinen Tourismus. Die Insel ist karg, wenig Vegetation. Wir stapfen durch den Sand, bis wir den kleinen Ort mit seinem einzigen Hafen der Insel erreichen. Johannes, der erfahrene Bergkraxler, ist eindeutig im Vorteil. Während er leichtfüßig spazieren geht, ist bei mir grobmotorisches Gestampfe zu erkennen. Nach einem erfrischenden Bier machen wir uns auf den Rückweg.

Der Nordwind ist konstant und wir können auf der Westseite der Insel wieder nach Süden segeln. An dieser Küste gibt es keinen Hafen und auch keine Ankerbucht. Unterwegs sehen wir drei kleine Siedlungen, die wahrscheinlich dem Tourismus dienen. Am Abend sind wir zurück in der Marina Rubicon.

Im Norden Fuerteventuras gibt es eine kleine Insel, Los Lobos. Sie ist unser nächstes Ziel. Es gibt hier nur einen offenen Ankerplatz im Süden des kleinen Eilands. Da schon einige Yachten dort ankern, bleibt uns nur übrig, auf 10 m Wassertiefe zu ankern. Es handelt sich um Sandgrund und das Wasser ist bestechend türkis. So ähnlich stelle ich mir die Ankerplätze in der Karibik vor. Wir setzen mit dem Dingi über. Es sieht nicht so aus, als sei die Insel bewohnt. Aber es gibt einen Hinweis auf einen Campingplatz. Mit einer kleinen Fähre von Coralejo aus werden tatsächlich ein paar junge Leute angelandet, die mit schweren Rucksäcken bepackt sind. Vermutlich muss man hier alles zum Überleben mitbringen. Da am Abend Wind und Seegang gegeneinander laufen, wird es am Ankerplatz ziemlich ungemütlich. Wir sind die vorletzten, die Anker auf gehen und zurück zur Marina fahren.

Johannes und ich stellen übereinstimmend fest, dass wir es miteinander aushalten. Deshalb verabreden wir, dass er die Mannschaft der Santa Maria auf der Rückreise von Kanada nach Europa verstärken wird.

stempel

Heinrich meldet sich erneut aus Lagos. Er hat wieder einmal seine Pläne geändert. Die Kosten der Suez Passage sowie die unsichere Lage am Horn von Afrika haben ihn beeindruckt. Er will jetzt in der Nähe von Lagos, in der Lagune von Alvor, sein Boot vor Anker legen. Es soll dort mehrere Monate unbeaufsichtigt liegen, während er sich in Asien aufhält. Mit einem Fischer hat er vereinbart, dass der ab und zu guckt. Na, Nerven hat der Mann.

Es schien so, als habe es mit dem Farbenpacket aus Deutschland leider nicht geklappt. Auch Bernd hatte ein Päckchen mit deutscher Wurst avisiert. Nachdem ich schon jegliche Hoffnung aufgegeben hatte, steht eines Tages eine Marinera auf dem Seitensteg und bringt mir die Köstlichkeiten. Warum ein Packet ankommt und ein zweites nicht, bleibt das Geheimnis der spanischen Post. Ich greife jetzt mal ein bisschen vor. Mit der Firma SVB in Bremen hatte ich telefonisch vereinbart, dass sie sich um den Verbleib des Farbenpackets kümmern sollten. Gut eine Woche vor unserer Abreise in die Karibik komme ich eines Tages vom Einkauf und stolpere in der Plicht über das besagte Packet. Zweieinhalb Monate war es auf Reisen. Es ist unglaublich. Als ich diese Geschichte einem holländischen Nachbarn erzähle, kann er es kaum glauben. Er lebt hier schon seit Jahren auf Lanzarote und wundert sich, wieso ich für die Sendung keine kanarische Mehrwertsteuer bezahlen musste. Meine Entgegnung, dass ich als Yacht im Transit nicht mehrwertsteuerpflichtig bin, kontert er mit langen Ausführungen zur kanarischen Steuergesetzgebung. Mir scheint, ich bin noch mal davongekommen.

Mit Tilmann hatte ich bereits auf La Gomera verabredet, dass er einen Medikamentenplan aufstellt und die für nötig gehaltenen Dinge besorgt. Er wird die Medikamente zu Helmut schicken, der sie dann mitbringt. Hoffentlich gibt es für ihn keinen Ärger am Flughafen.

Eddi fliegt ein. Zum wiederholten Male arbeiten wir an der automatischen Bilgepumpe. Ich habe ein Rückschlagventil besorgt und erneut einen Schwimmerschalter. Der Schwimmerschalter macht einen deutlich funktionstüchtigeren Eindruck als der Alte. Diesmal liegt auch eine Explosionszeichnung für den Einbau bei. Danach haben wir bisher den Fehler gemacht, den Schalter zu hoch einzubauen. Es muss gelingen, das Ding entsprechend seiner Bestimmung zur Arbeit zu ermuntern. Ein Stullenbrettchen bildet das Fundament für den neuen Schwimmerschalter. Leider haben wir übersehen, dass ein Kunststoffbrett natürlich aufschwimmt. Mit einer Opferanode aus Blei beheben wir den Mangel und sind nach Tests überzeugt, gute Arbeit geleistet zu haben.



Santa Maria wird feingemacht für die Atlantikpassage



Wir lassen die Santa Maria mit einem Travellift bei Señor Alvaro aus dem Wasser heben. Lange Bärte hängen am Unterwasserschiff. Das hatte ich nicht erwartet. Ein Arbeiter des Werftbetriebs säubert die Santa Maria mit einem Hochdruckreiniger. Anschließend wird mit Eddis Hilfe poliert und gemalt; nach zwei Tagen schwimmen wir wieder im Hafen. Zumindest äußerlich sind wir jetzt für die Atlantiküberquerung gerüstet.

Die 1 ½ Wochen, die Eddi hier verbringt, vergehen viel zu schnell. Mit der Santa Maria als Fähre bringe ich ihn nach Coralejo auf Fuerteventura. Er fliegt schweren Herzens nach Deutschland, wir sind aber Ende Februar 2009 bereits wieder verabredet; in Puerto Rico.

Es sind jetzt noch gut drei Wochen bis zu unserer Ausreise. Die Vorbereitungen am Schiff sind für unser kommendes Abenteuer erledigt. Nachdem ich nunmehr wieder allein bin, beginne ich die Stauräume der Santa Maria für die Überfahrt in die Karibik neu zu organisieren. Diesmal heißt es, soviel wie möglich mitzunehmen. Die Proviantliste ist lang. Zweimal täglich trabe ich jetzt zu den Supermärkten und kaufe schon ein, was ich so tragen kann. In der letzten Woche vor unserer Ausreise will ich mir noch ein Auto mieten, um den übrigen Ramsch an Bord zu schaffen. Schade, dass ich dabei keinen Helfer habe. Dafür verfüge ich aber über Zeit!

Ich möchte noch einmal auf meine Ausgangsfrage nach dem langen Aufenthalt auf Lanzarote zurückkommen und noch etwas erweitern. Lohnt es sich, für eine so lange Zeit auf den Kanaren zu sein? Wenn ich die Kanaren vorher gekannt hätte, wäre meine Planung anders verlaufen. Es handelt sich hier nicht um ein Revier, wo es sich lohnt, gemütlich ein paar Monate herumzubummeln. Für eine Atlantiküberquerung ist ein Start von Portugal oder Spanien aus günstiger. Einerseits gibt es hier zu wenig geeignete Häfen und Ankerplätze, außerdem ist die Auswahl an guten, preiswerten und haltbaren Lebensmitteln auf dem Festland deutlich größer. Um die Inseln kennen zu lernen reicht ein Monat völlig aus.



bye-bye Marina Rubicon - bye-bye Europa



© Rüdiger Kreutschmann


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