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Überführungsfahrt nach Portugal

Erster Brief


Hallo Ihr Landratten,

hier der erste kleine Reisebericht von Bord der SANTA MARIA. Er kommt etwas spät, wider meine Erwartungen haben wir aber nur selten Internetanschluss in den Häfen.

Zuerst einmal eine kleine Feststellung: wenn das Sommer sein soll, lassen wir uns an Bord alle umtaufen. Zur Wahl stehen Fridolin, Dummer August, Nasser Hund u. ä. Aber der Reihe nach:

25. Juli 2007: Die Reise hat vor fünf Tagen begonnen

Die zentrale Frage lautet: läuft alles wie geplant? Die Santa Maria befindet sich bereits im Yachthafen von Cuxhaven. Die Ostsee liegt hinter uns. Der Kiel-Kanal liegt hinter uns. Am Freitag letzter Woche holte ich Andreas aus Woltersdorf bei Berlin ab. Wir treffen uns mit Frank und Achim vor dem Rathaus in Hellersdorf. Achim und ich hatten bereits an den letzten beiden Wochenenden den überwiegenden Teil unserer persönlichen Sachen an Bord gebracht. Trotzdem ist der Kofferraum meines Kombis bis zum Dach vollgeladen. Einige Kleinigkeiten müssen die Männer noch auf dem Schoß transportieren. Wie bei allen Reisen, die ich mit Achim unternommen habe, bringt er wieder 5 Möhrenbrote mit. Sie haben sich als besonders haltbar und schmackhaft erwiesen. Der Frischeproviant wird an Bord geschafft. Es ist kaum noch Stauraum vorhanden. Wurst, Käse, Butter verschwinden im Kühlschrank. Für Obst, Gemüse, Kartoffeln und Zwiebeln habe ich extra den Stauraum hinter dem Kartentisch frei gemacht. Hier lagert alles recht luftig und wir können diese Lebensmittel leicht auf Gammel kontrollieren.

Freitagmittag (20.7.2007) um 13.00 Uhr ist Brückenöffnung in Greifswald-Wieck. Wir segeln bei schönem NE-Wind nach Stralsund. Um 17.20 Uhr geht es durch die Ziegelgrabenbrücke. Im Yachthafen nehmen wir Andreas an Bord, der mein Auto am nächsten Tag nach Berlin fahren wird. Während der kurzen Motorstrecke merkte ich, dass der Motor nicht seine Nenndrehzahl erreicht. Meine Vermutung, die Schraube sei bewachsen, bestätigt sich am Ankerplatz. Bei diversen Tauchgängen kratzt die Mannschaft die Schraube frei.


Die Viererbande; Achim, Andreas, Frank und der Skipper bei seiner Chronistenpflicht

Nach einem kurzen gemeinsamen Abend geht die erste Crew der Santa Maria früh schlafen. Andreas, der Nachtmensch, spielt auf dem Vorschiff auf seiner Mundharmonika. Ich gebe mich beim Hinüberdämmern in den Schlaf der Illusion hin, Seefahrt habe schon immer etwas mit Romantik zu tun gehabt.

Am nächsten Morgen frühstücken wir noch gemeinsam, dann verlässt uns Andreas; noch im Hafen setzen wir die Segel und los geht's. Im Strelasund müssen wir kurzzeitig gegen den Westwind motoren, dann ist aber wieder Segelwind. Westlich von Hiddensee geht es hoch an den Wind. Den Kurs können wir maximal Richtung Mön (Dänemark) halten. Am Nachmittag, nach einer Wende, akzeptieren wir die Sinnlosigkeit unseres Tuns. Wir beschließen, den Daddel anzuwerfen und Kurs auf Heiligenhafen abzusetzen. Gegen Mitternacht passieren wir die Fehmarnsund-Brücke. Um ein Uhr fällt auf der Reede vor Heiligenhafen der Anker. Morgens verholen wir in den Yachthafen. Wie ich es geplant habe, kann ich bei Baltic-Kölln die Angelausrüstung vervollständigen. In der Fischhalle gibt es keinen Verkauf mehr. Nebenan hat ein Fischladen geöffnet. Dorschfilets, Räucherlachs und Holländischer Matjes werden erstanden. Es sieht so aus, als sei dieser Törn nicht zum Abnehmen geeignet.

Montag machen wir die Leinen los, um Richtung Kiel zu segeln. Nach reichlichen Kreuzschlägen ist am Schießgebiet der Bundeswehr, Hohwachter Bucht, wieder Schluss. Der Motor muss erneut seine zuverlässige Arbeit verrichten. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir die Schleuse Kiel-Holtenau. Eine Schleusung ist in Vorbereitung. Wir entscheiden uns spontan, daran teilzunehmen. Die Gebühr für die Kanalpassage beträgt für uns 18 €. Wir fahren noch 11 Kanalkilometer und gehen im Achterwehren See vor Anker. Gulasch mit Spätzle beschließen den Abend.

Der nächste Morgen beschert uns Regenschauer ohne Ende. Bis Brunsbüttel reiht sich ein Gewitter ans andere. An einem Seitensteg machen wir für die Nacht fest und müssen dafür 7,70 € bezahlen.


Gewitterregen begleitet uns im Kiel Kanal


Am Ende des Tages


Mittwoch schleusen wir um 08.40 Uhr in die Elbe. Das Tor zur Welt öffnet sich für uns. Jetzt liegen die Weltmeere vor uns (ist vielleicht ein bisschen dick aufgetragen). Mittags erreichen wir den Yachthafen von Cuxhaven. Hier hören wir im Radio, dass eine Englische Yacht vor Norderney, bei 7 m hohem Seegang, einen Mayday-Ruf abgesetzt hat und von den Seenotrettern in den Hafen geschleppt wurde. Eine andere Yacht soll auf den Sänden hoch und trocken sitzen. Die Mannschaft habe noch für 2 Tage Proviant an Bord, heißt es. Die Retter kommen wegen des niedrigen Wassers zurzeit nicht an die Yacht heran. Wir sind gewarnt. Jetzt sollte uns ein günstiges Wetterfenster Richtung Holland bringen. Eine gute Woche steht uns zur Verfügung, um Marcel in Harlingen zu treffen. Per SMS habe ich ihn von unserem bisherigen Reisefortschritt unterrichtet. Auch Helmut, der erst in England zusteigen wird, hat sich bereits per SMS gemeldet.


Barographenkurve


© Rüdiger Kreutschmann


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